Darmzentrum Ruhr

Darmzentrum mit Empfehlung

Darmzentrum mit Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft

Eine umfassende, leitliniengerechte Versorgung von Darmkrebs-Patienten auf dem aktuellen Stand der medizinischen Möglichkeiten erfordert eine Bündelung von Kompetenzen. Eine interdisziplinäre, fallbezogene Betreuung wird daher künftig in spezialisierten klinischen Zentren unter Einbindung von ambulanten fachärztlichen Praxen erfolgen. Dabei wird es einerseits darum gehen, dem Patienten in einem ganzheitlichen Konzept alle notwendigen Versorgungsmöglichkeiten von der Früherkennung über die Therapie bis hin zur Nachsorge anzubieten. Auf der anderen Seite wird es darauf ankommen, durch die Verbindung von forschungsorientierten Universitätskliniken und leistungsstarken Versorgungskrankenhäusern einen schnellen und effizienten Know-how-Transfer zu Gunsten der Patienten zu gewährleisten.

Das St. Rochus-Hospital in Castrop, das seit jeher über ein breites Diagnostik- und Therapieangebot im Bereich der Darmerkrankungen verfügt und mit dieser fachlichen Kompetenz auch für die überregionale Versorgung eine bedeutende Rolle spielt, ist sich, ganz im Sinne seines christlich geprägten Leitbildes, der Verantwortung bewusst, an der Entwicklung moderner, leistungsstarker Einrichtungen zur bestmöglichen, patientenorientierten Versorgung beizutragen. Es hat deshalb gemeinsam mit den Partnern in der Kath. St. Lukas Gesellschaft, dem St.-Josefs-Hospital in Dortmund-Hörde und dem Kath. Krankenhaus Dortmund West, und den Kliniken der Ruhr-Universität Bochum, dem Knappschaftskrankenhaus und dem St. Josef-Hospital in Bochum, im Dezember 2005 das Darmzentrum Ruhr gegründet.

Qualitätssicherung hatte von Anfang an hohe Priorität. Konzeption und Umsetzung des Darmzentrums Ruhr ist von OnkoZert, dem Zertifizierungsinstitut der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. in Frankfurt am Main, einer Prüfung unterzogen worden. Anlässlich des Deutschen Krebskongresses 2006 in Berlin ist das Darmzentrum als bundesweit erste Einrichtung ihrer Art zertifiziert worden und gilt damit als "Darmzentrum mit Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.".

Darmkrebs - Was bedeutet das?

Unter Darmkrebs versteht man in der Regel Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolonkarzinom) oder des Mastdarms (Rektumkarzinom), die in den meisten Fällen aus gutartigen Wucherungen in der Darmschleimhaut, so genannten Polypen (Adenomen), hervorgehen. Jährlich erkranken in Deutschland rund 67.000 Menschen neu an Darmkrebs, rund 30.000 sterben jedes Jahr daran. In der Liste der Häufigkeit von Tumorarten und in der Statistik der Krebstodesursachen steht der Darmkrebs damit auf Platz zwei. Mit 69 Jahren bei Männern und 75 Jahren bei Frauen liegt das Durchschnittsalter der Betroffenen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin deutlich über dem mittleren Erkrankungsalter der meisten anderen Tumorformen.

Nur etwa zehn Prozent aller Darmkrebserkrankungen sind erblich bedingt, die meisten entstehen "spontan" und entwickeln sich oft unbemerkt über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren. Die Heilungschancen hängen sehr davon ab, dass die Erkrankung frühzeitig erkannt wird. Erste Warnzeichen wie Blut im Stuhl sind deshalb ernst zu nehmen. Die gesetzlichen Möglichkeiten zur Früherkennungsuntersuchung dienen dazu, Leben zu retten.

Im Rahmen des Darmzentrums Ruhr bietet das St.-Rochus-Hospital eine umfassende Versorgung, durch die betroffene Patienten in allen relevanten Belangen betreut werden können. Jeder Krankheitsfall wird fachübergreifend von den Therapie-Spezialisten besprochen und in einer gemeinsamen Strategie mit dem Ziel der Heilung bzw. der Erhaltung und der Verbesserung der Lebensqualität nach den besten heute zur Verfügung stehenden Kenntnissen behandelt.

Vorbeugung und Früherkennung

Dass Darmkrebserkrankungen in höherem Lebensalter zunehmen, ist statistisch nachgewiesen. Aus diesem Grunde gewähren die Krankenkassen heute Maßnahmen zur Früherkennung. So können ab dem 55. Lebensjahr Untersuchungen auf Blut im Stuhl sowie das Austasten des Enddarms im Rahmen der Vorsorge-Leistungen durchgeführt werden. Ab dem 56. Lebensjahr finanzieren die Krankenkassen die Darmspiegelung zur Darmkrebsfrüherkennung als erweiterte Vorsorge-Maßnahme. Auf diese Untersuchung hat jeder Patient alle zehn Jahre ein Anrecht.

Während der Darmspiegelung werden häufig Polypen entdeckt, die potentiellen Vorstufen eines Darmkrebses entsprechen und die bei derselben Untersuchung schmerzfrei entfernt werden können. Die entfernten Polypen werden zur feingeweblichen Untersuchung an das dem Darmzentrum angeschlossene pathologische Institut der Ruhr-Universität Bochum weitergeleitet. Wenn ein positiver Befund den Verdacht auf Darmkrebs bestätigt, kann die stationäre Weiterbehandlung im St.-Rochus-Hospital erfolgen.

Darmkrebs - Was nun?

Patienten mit der Diagnose Darmkrebs, die sich im Darmzentrum Ruhr behandeln lassen möchten, werden im St.-Rochus-Hospital von der Diagnostik über die Therapie bis zur Nachbehandlung lückenlos versorgt. Dazu wird ein Termin für die Vorbesprechung vereinbart, bei dem der Behandlungsablauf besprochen wird.

Ein Darmkrebs im oberen Darmabschnitt (Kolonkarzinom) wird in der Regel sofort einer Operation zugeführt. Es sind mehrere Voruntersuchungen erforderlich, unter anderem Ultraschalluntersuchungen des Bauchraumes, eine Computertomographie des Bauchraumes, ein Röntgenbild der Lunge, Laboruntersuchungen einschließlich der Bestimmung von Tumormarkern sowie eine kleine Untersuchung der Herzfunktionen.

Bei Patienten mit einem Tumorbefall im Enddarm (Rektumkarzinom) wird der Enddarm endoskopisch (Rektoskopie) und mit Ultraschall untersucht. Häufig steht vor der operativen Therapie eine Chemo- oder Strahlentherapie an, mit der der Tumor verkleinert und der Behandlungserfolg der chirurgischen Therapie verbessert wird.

Im Rahmen der Behandlung innerhalb des Darmzentrums wird für jeden Patienten eine Patientenakte geführt, in der sämtliche Befunde und Untersuchungsergebnisse sowie die geplanten Therapien aufgeführt sind. Die Dokumentation erfolgt einheitlich nach einem standardisierten Verfahren. Der Patient bekommt zeitnah alle Informationen für den weiterbehandelnden Arzt ausgehändigt. Mit dieser Dokumentation seines Falles erhält der Patient auch die geplanten Termine für die notwendige standardisierte Nachuntersuchung.

Ein ganzheitliches Konzept

In einem Darmkrebszentrum können alle Maßnahmen angeboten werden, die zur Versorgung des Patienten erforderlich sind. Das Spektrum der Betreuungsleistungen geht weit über die operative Behandlung hinaus.

Dazu gehört eine effiziente Schmerzbehandlung, die auch in problematischen Fällen durch die Schmerztherapeuten sicher gestellt ist. Dazu gehört bei Bedarf eine psycho-onkologische Betreuung.

Termine für Nachbehandlungen werden noch während des stationären Aufenthaltes für den Patienten vereinbart. Auf Wunsch kümmern sich die Mitarbeiterinnen vom Sozialdienst um die Organisation von Anschlussheilbehandlungen oder medizinischen Hilfsmitteln.

Für Patienten mit künstlichem Darmausgang sind Stomatherapie und entsprechende Beratungsangebote wichtig. Auf der Station kümmert sich eine Fachkrankenschwester für Stoma-Therapie um die Patienten, die auch bei der Weiterleitung in die ambulante Versorgung hilft. Das Darmzentrum arbeitet intensiv mit der Selbsthilfegruppe Deutsche ILCO e.V. zusammen.